Donnerstag, 4. April 2013

Ich errichte mich neu für dich. Riss die Welt ab

Diese schönen Frauen. Die so hübsch und stylish geschminkt sind. Die so cool aussehen. Als kämen sie gerade aus Berlin. Dieser typische Berlinstyle. Lippenstift, manchmal auch Lidschatten und die Haare so schön. Meist einen durchgehenden Pony. Schwer zu beschreiben. Richtige Klamotten natürlich auch an. Sie haben Geschmack und sehen auch intelligent aus.
Bin ich auch. Wusste ich damals aber nicht. Also schüchtert mich das perfekte Bild natürlich ein. Fühlt man sich dann doch schnell nicht mehr würdig, fühle ich mich dann dich wieder als der Asi und uncool, geschmacklos und dann doch aber wieder nicht. Ich kann ihr nicht begegnen, sie macht alles richtig. Sie ist unabhängig von mir, aber ich will sie. Ich will ja erstmal was von ihr. Sie hat da klar den Vorteil. Sie bleibt ja unabhängig und erstmal ungebunden.
Wie kann ich ihr begegnen? Klar, für R. ist es zu spät, aber wie hätte ich ihr begegnen sollen, wie kann ich ihr zukünftig begegnen? Sie hat alles, sie ist das perfekte Bild, hat den perfekten Geschmack. Habe ich nicht alles, was sie braucht? Also der Zweifek, also der Kniefall.
Sie liebt anders als ich. Sie kann erstmal warten, sie hat Zeit. Sie guckt sich das alles erstmal an, verliebt sich nicht auf den ersten Blick. Überstürzt es nicht und sagt dann erstmal eher nein als zu. So ist das. Sie sind zu dicht, öffnen sich nicht für das große Gefühl. Sie überlegen und überlegen, aber geben dem Sog nicht nach. Sie achten darauf. Ja, wir können uns wieder sehen, aber die große Liebe lässt sie nicht zu. Sie ist interessiert, es ist nie langweilig, aber irgendwas feht ihr ja dann doch. Irgendwas entspricht dann doch nicht ihrer vernünftigen Fantasie.
Ich gebe mich voll hin, stürze mich voll rein. Ich bin verknallt, ich bin hin und weg, doch sie zieht nicht mit, sie zieht nicht gleich. Das würde wohl nicht in ihr geschmackvolles Bild passen. Vielleicht ist sie zu vernünftig, vielleicht nicht mutig. Vielleicht passt ihr irgendwas nicht, also hält sie sich weit zurück und geht die platonische Symbiose und Begeisterung nicht ein.
Hat Angst vor dem großen Fall, der großen Enttäuschung. Sie will lieber noch warten. Man macht nichts falsch aber auch nicht alles richtig. Was ist bloß los mit dir? Was brauchst du noch? Ach Mensch, ich liebe deinen Geschmack, liebe deine Schuhe, deine Socken, dein Make-up, deine Friseur. Das alles hat und kann eben nicht jeder. Man sieht solche wie dich eben selten, eben jene mit Gespür. Gespür für das Image, Gespür für die Situation, Gespür für das Umfeld, Gespür für die Sprache.
Du hast diese Selbstsicherheit. Klar, auch nicht immer, aber du hast es öfter als ich. Und hätte ich diese Selbstsicherheit und das Bewusstsein, wer weiß, vielleicht wären wir heute dann ein Paar. Hatte ich aber nicht, leider. Und so kann ich es nur für die Zukunft ändern, mich heute immer ändern, aber ich bekomme für dich keine zweite Chance, deine´Geschmack und deine Sinne kommen nicht zurück.
Klar, es gibt andere deines Glanzes, deines Geschmacks und Gespürs, aber eben nicht leicht, da ran zu kommen. So, will ich mir wenigstens in meinem Geschmack sicher sein und nur noch einen Zwillingsr. heiraten oder eben hoffentlich Single bleiben und mich nicht mit irgendwen anders arrangieren. Drück mir die Daumen, will ja auch nur was du willst. Bloß wusstest du es früher.
Sehe ich Lippenstift, deine Frisur, ist es geschehen. Dein Geschmack trifft mich und niemals will ich dich teilen, also muss ich stark werden für dich, damit ich die Welt nicht abreiße.

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tim.a.elstner(at)gmail.com